Aufgabenstellung
Sie wollen mit Ihren Eltern über höhere monatliche Zahlungen sprechen und verweisen auf die Preisentwicklung Ihres Warenkorbs.
| Gut | 2017 | 2018 | 2019 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Preis | Menge | Preis | Menge | Preis | Menge | |
| Bier | 1 € | 1 | 1 € | 2 | 1,50 € | 4 |
| Eintritt AStA-Feten | 5 € | 3 | 7 € | 4 | 10 € | 6 |
| Miete | 300 € | 1 | 320 € | 1 | 330 € | 1 |
| Jahr | Warenkorbwert | Preisindex | Inflationsrate |
|---|---|---|---|
| 2017 | 100,00 | – | |
| 2018 | % | ||
| 2019 | % |
Theorie- und Transferfragen
1. Wieso überschätzt der Preisindex der Lebenshaltung die tatsächliche Inflationsrate?
2. Welche Kosten und Unannehmlichkeiten könnte Inflation für Sie mit sich tragen?
3b. Brauchen Sie in der Tat mehr Geld? Welche Gegenargumente hätten Ihre Eltern?
Beispielantworten / Musterlösungen
1. Wieso überschätzt der Preisindex der Lebenshaltung die tatsächliche Inflationsrate?
Der Preisindex der Lebenshaltung überschätzt häufig die tatsächliche Inflationsrate, weil sich das Konsumverhalten von Menschen verändert. Werden bestimmte Produkte teurer, weichen Konsumentinnen und Konsumenten oft auf günstigere Alternativen aus (Substitutionseffekt). Ein fester Warenkorb bildet diese Anpassungen zunächst nicht ab.
Außerdem berücksichtigt der Preisindex technischen Fortschritt häufig nur verzögert. Neue Produkte oder Qualitätsverbesserungen führen dazu, dass Konsumenten teilweise mehr Leistung für ihr Geld erhalten. Auch neue Produkte werden oft erst später in den Warenkorb aufgenommen.
2. Welche Kosten und Unannehmlichkeiten könnte Inflation für Sie mit sich tragen?
Inflation verringert die Kaufkraft des Geldes. Für denselben Geldbetrag können weniger Güter gekauft werden. Besonders Studierende spüren steigende Preise bei Miete, Lebensmitteln oder Mobilität.
Zusätzlich können sogenannte Schuhsohlenkosten entstehen, weil Menschen häufiger Geld umschichten oder Bargeld vermeiden möchten. Unternehmen verursachen Menükosten durch häufige Preisänderungen. Zudem führt Inflation zu Unsicherheit bei Planung und Konsumentscheidungen. Auch kalte Progression kann auftreten, wenn nominale Einkommen steigen, die reale Kaufkraft aber kaum zunimmt.
3b. Brauchen Sie in der Tat mehr Geld? Welche Gegenargumente hätten Ihre Eltern?
Auf den ersten Blick spricht der steigende Preisindex für höhere monatliche Zahlungen. Der Preisindex steigt von 100 (2017) auf 110,76 (2018) und 125,32 (2019). Die Lebenshaltungskosten des Warenkorbs steigen also deutlich.
Eltern könnten jedoch argumentieren, dass der Warenkorb nicht vollständig notwendige Ausgaben enthält. Besonders Bier und AStA-Feten steigen stark an und sind teilweise freiwillige Konsumentscheidungen. Gleichzeitig bleibt die Miete – als wichtigste notwendige Ausgabe – vergleichsweise stabil. Daher könnten Eltern argumentieren, dass eine bessere Budgetplanung ausreichend wäre.